Die saarländische kohl-Gruppe wird sich in einem ersten Schritt von 150 Mitarbeitern trennen müssen. Von den rund 1.000 Arbeitsplätzen im Bereich Pharma sind derzeit insgesamt 500 gefährdet. Die Unternehmensgruppe reagiert damit auf einen zu erwartenden sehr hohen Umsatzrückgang. Auslöser ist das Vorhaben der schwarz-gelben Regierungskoalition den Herstellerzwangsrabatt im Zuge der Gesundheitsreform ab 01. August 2010 bis Ende 2013 von derzeit 6% auf 16% zu erhöhen. Hauptbetroffener ist das größte Unternehmen der Gruppe, die kohlpharma GmbH. Europas größter Arzneimittelimporteur gilt arzneimittelrechtlich als Hersteller, ist von seinem Geschäftsmodell her jedoch primär Handelsunternehmen, das eine Handelsmarge und keine wesentlich höhere Herstellermarge realisieren kann. „Da sind 10% mehr Zwangsrabatt einfach nicht drin“, so Edwin Kohl, Gründer und Inhaber der kohl-Gruppe. „Dieser eiskalte Griff der schwarz-gelben Regierungskoalition in die Taschen der mittelständischen Importunternehmen ist nicht gerechtfertigt und bestraft am Ende die Falschen“, so Kohl weiter. Importarzneimittel sparen den Krankenkassen nachgewiesenermaßen über 300 Mio. Euro im Jahr und sind somit nicht verantwortlich für die Kostensteigerungen bei patentgeschützten Arzneimitteln. „Der Importhandel mit EU-Arzneimitteln ist der einzig funktionierende Wettbewerb im patentgeschützen Markt und hat in den letzten 30 Jahren das Preisniveau in Deutschland um über 25% gesenkt“, so Edwin Kohl. Dies hindert die Pharmakonzerne zusätzlich daran, die Preise in Deutschland beliebig festzusetzen, was zu weiteren rund 2,7 Mrd. Euro indirekten Einsparungen pro Jahr führt.
(Ri)