In der gestrigen WISO-Sendung des ZDF standen wieder einmal die Apotheken im Mittelpunkt des öffentlich-rechtlichen Interesses.
Dieses Mal hatte das Deutsche Institut für Servicequalität verschiedene Apothekenkooperationen ins Visier genommen und deren Mitglieder einem so genannten Service-Test und Preis-Check unterzogen. Insgesamt wurden pro Kooperation 30 Apotheken untersucht. Ergebnis: Die Stichprobe ergab bei rund zwei Dritteln Mängel in der Beratungsqualität.
Doch auch die Untersuchung selbst weist Mängel auf. So wurde beispielsweise eine Objektivität suggeriert, die bei dieser geringen Fallzahl jedoch in keiner Weise abgebildet werden kann. Außerdem hätten sich die Tester vorab einmal genauer informieren sollen, was der Kooperationsbegriff in Bezug auf Apotheken überhaupt bedeutet. So ist es schließlich allen Kooperationen zu eigen, dass sie ihren Mitgliedern in Belangen des Marketings und der Beratung Empfehlungen an die Hand geben. Die Umsetzung erfolgt freiwillig, denn schließlich geben die Apotheker, die sich einer Kooperation angeschlossen haben, ihre Eigenständigkeit nicht auf. Die Apotheken in Deutschland sind nach wie vor inhabergeführt. Im Rahmen des gestern ausgestrahlten Beitrags könnte beim durchschnittlichen Zuschauer jedoch leicht der Eindruck entstanden sein, bei Apothekenkooperationen handele es sich wie bei Drogeriemärkten um ein straff geführtes Filialsystem.
Was sollen uns also diese „Erkenntnisse“ sagen? Wahrscheinlich, dass auch diese Untersuchung in ihrer Machart unsauber ist und prompt zu einem vermutlich erwünschten tendenziellen Ergebnis kommt. WI(E)SO werden Apotheken eigentlich ständig angeprangert?
(cr/ssch)